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Bericht KLIMAktion-Kongress!

Während Politik und Lobby in den UN-Klimazwischenverhandlungen in Bonn steckten, waren wir (ungefähr 70 junge Menschen aus Deutschland und UK) ein Wochenende lang auf einem bei Hannover gelegen, alten Rittergut.

Dort setzten wir uns mit Klimawandel und Klimapolitik, Klimaaktivismus und der Vernetzung klimapolitischer Gruppen auseinander.

In verschiedenen Workshops, Vorträgen und Arbeitsgruppen konnten wir von Expert*innen und von den Erfahrungen anderer lernen und das Beste ist: Dabei hatten wir auch noch tolles Wetter, lecker bio-vegane Verpflegung und konnten in entspannter Atmosphäre die Natur drumherum genießen.

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Schon der Freitag hat uns mit strahlendem Sonnenschein auf dem Rittergut begrüßt, sodass wir uns beim gemeinsamen Abendessen auf der Wiese liegend schon mal etwas kennen lernen und austauschen konnten.

Die Schlafmöglichkeiten im Heuhotel, in den Betten und auch der Zeltplatz wurden in Beschlag genommen, bevor wir am Abend von Stefan Küper (Germanwatch) einen Einblick in den „Stand der europäischen und internationalen Klimapolitik“ gewinnen konnten. Einige Fragen konnten dabei geklärt werden, zum Beispiel wie ein gutes Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll aussehen müsste, welche Länder den Klimaschutz vorantreiben, welche ihn blockieren und was genau bei den nächsten Klimaverhandlungen passieren soll oder müsste.

Parallel lief während des Kongresses die Planung einer öffentlichkeitswirksamen Aktion für den Pfingstmontag, die schon Freitag mit einem kurzen Brainstorming begann.

Gestärkt vom Frühstück konnte es am Samstag nach einer kurzen Begrüßungsrunde und der Vorstellung der Workshops auch schon wieder los gehen.

Die Workshops gingen in ganz verschiedene Richtungen. Es ging um Emissionshandel, Argumentationstraining zu erneuerbaren Energien oder auch darum, was Möglichkeiten und Perspektiven für den Aktivismus im Klimaschutz sind.

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Am Abend hörten wir einen spannenden Vortrag darüber „Warum wir nicht handeln wie wir wollen?“, dabei ging es um die psychologischen Aspekte, die unser Handeln steuern und beeinflussen. In einer Art Selbstanalyse hatten wir dann die Möglichkeit genauer heraus zu finden warum wir z.B. nicht vegan Leben, die Klamotten nicht fair-trade kaufen oder für den Urlaub immer noch in den Flieger steigen.

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Der Kongresssonntag widmete sich dann hauptsächlich der Vernetzung untereinander mit dem Ziel eine breite Mobilisierung zur UN-Klimakonferenz 2015 in Paris zu organisieren. Nach einem längeren Brainstorming und Plenumsgespräch wurden Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit verschiedenen Aktionskonzepten beschäftigten.

Eine Gruppe überlegte ob und wie es möglich wäre eine junge Fahrrad-Karawane von europäischen Hauptstädten nach Paris zu organisieren, eine weitere überlegte, wie das Bildungs- und Aktionskonzept von „COP in my city“ in Deutschland/Niedersachsen umzusetzen wäre. Hierbei geht es darum, ein größeres Verständnis von Klimakonferenzen zu kommen, indem im Rollenspiel eine Konferenz simuliert wird und indem während einer UN-Klimakonferenz in der eigenen Stadt eine öffentlichkeitswirksame Aktion durchzuführen. Andere Arbeitsgruppen erarbeiteten Möglichkeiten, wie wir als klimainteressierte, junge Menschen weiterhin in Kontakt stehen können. Hierfür gibt es einen Mailverteiler, wenn ihr Mitglied dieser mailingliste werden wollt, meldet euch bei uns!

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Nach dem Mittagessen konnten die Teilnehmer*innen eigene Inhalte in der Open-Space-Phase einbringen und danach neigte sich der Kongress langsam dem Ende, die Arbeitsgruppenergebnisse wurden der Großgruppe vorgestellt, die Aktionsplanung endgültig abgeschlossen und Feedback wurde ausgetauscht.

Natürlich gab es trotzdem noch ein gemeinsames Abendessen und ein tolles Abendprogramm. Die Improkokken, eine Improvisationstheatergruppe aus Hannover, gaben sich die Ehre und griffen auf amüsante Weise das Klimathema in kleinen Theateraufführungen auf.

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Am Montag ging es nach dem Frühstück auch schon los, die letzten Sachen wurden gepackt und ca. 30 der Kongress-teilnehmenden fuhren nach Hannover an das Maschsee Nordufer und zogen in Pinguin- und Eisbärenkostümen die Aufmerksamkeit von ganz verschiedenen Leuten auf sich. Es wurde ein bisschen ProtesTango getanzt und es gab Flyer und Banner, die Aktion hatte also sehr viel Publikum und war ein voller Erfolg!

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Die lange Vorbereitungsphase mit vielen rauchenden Köpfen, tragenden Händen und kreativen Ideen hat sich gelohnt, denn es war ein toller Kongress mit euch!

Vielen Dank an Clara und Alex, das gesamte Orgateam, Nauka und Natascha, die uns mit Carstens Hilfe wunderbar verpflegt haben und natürlich an alle Teilnehmenden, denn es hat super viel Spaß mit euch gemacht!

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